Sonntag, 31. August 2025
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Stresow soll neues Milieuschutzgebiet werden

Blick über den Stresow

Das Gebiet Stresow/ Freiheit soll neues Milieuschutzgebiet werden. Ziel der Maßnahme ist es, die soziale Zusammensetzung in Stresow zu sichern und mögliche Verdrängungsprozesse frühzeitig zu verhindern. Darüber informierte das Bezirksamt gestern den Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung. Dieser signalisierte mehrheitlich Unterstützung für die Maßnahme.

Das Bezirksamt hatte im letzten Jahr vier Gebiete hinsichtlich ihres Entwicklungspotenzials untersuchen und vorsorglich unter Schutz stellen lassen. Im Ergebnis werden für die Gebiete Germersheimer Platz, Rudolf-Wissell-Siedlung und Rohrdamm/Siemensdamm keine Erhaltungsverordnungen erlassen. Hier sieht das Bezirksamt derzeit keinen akuten Bedarf, wird diese Gebiete aber weiter im Blick behalten.

Soziale Erhaltungssatzungen schützen die soziale Mischung

„Milieuschutz braucht klare Unterscheidungen- keine pauschalen Lösungen“, betont Bezirksstadtrat Thorsten Schatz. „Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer politischen Abwägung – verantwortungsvoll, differenziert und im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner. Wir wollen keine Verdrängung. Wir wünschen uns moderne Wohnungen, in denen man gut leben kann – aber sie müssen bezahlbar bleiben. Und wir brauchen rechtssicheres Handeln, auf das sich die Menschen verlassen können. Unsere Entscheidung ist eine Abwägung auf genau dieser Grundlage.“

Stresow weist im Vergleich zu den anderen untersuchten Quartieren derzeit das deutlichste Entwicklungspotenzial auf. Mit der vorgeschlagenen Erhaltungssatzung soll sichergestellt werden, dass städtebauliche Entwicklungen nicht zulasten der dort lebenden Menschen gehen.

„Ich werbe bei den Bezirksverordneten um Unterstützung für diesen Vorschlag. Wir wollen heute vorsorgen, damit morgen niemand verdrängt wird“, so Schatz weiter. „Gleichzeitig behalten wir die anderen Gebiete aufmerksam im Blick. Wenn sich dort durch Infrastrukturprojekte, Investoreninteresse oder demografische Veränderungen neue Aufwertungsdynamiken entwickeln, werden wir erneut prüfen und handeln.“

Quelle: Bezirksamt Spandau – Pressemitteilung vom 09.07.2025