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Mäh- und Baumarbeiten im Sommer in Spandau 2019

Gartenarbeiter/-innen gesucht
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Das Bezirksamt Spandau hat in einer Pressemitteilung vom 03.06.2019 über die Grünflächenpflegearbeiten im Bezirk informiert. Je mehr das „Kraut wächst“, umso mehr Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern gehen bei den Berliner Grünflächenämtern ein. Klimawandel, Naturschutz und Landschaftsgestaltung sorgen für eine Vielzahl von Anforderungen, die von den Landschaftsgärtnern berücksichtigt werden müssen. Nicht alles, was von neu Zugezogenen Berlinern als „unordentlich“ empfunden wird, ist tatsächlich ungeordnet:

„Die warme Witterung in den letzten Wochen ließ die Vegetation sehr gut wachsen. Damit mehren sich auch die Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs Grünflächen und Friedhöfe im Straßen- und Grünflächenamt haben auch dieses Jahr wieder alle Hände voll zu tun mit Mäharbeiten. Zusätzlich werden insbesondere im öffentlichen Straßenland Fremdfirmen mit diesen Arbeiten beauftragt, da die eigenen Kapazitäten nicht ausreichen.

Die großen Wiesenflächen in den Grünzügen wie z. B. Spekte, Hahneberg und Bullengraben bieten wichtige Lebensräume für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen speziell auf die Belange des Natur- und Artenschutz einzugehen. Dies ist teilweise auch mit Mehraufwand verbunden. Ziel ist es, einen sinnvollen Ausgleich zwischen Naturschutz und den Ansprüchen der Bevölkerung zu gewährleisten. Zuweilen ist es auch notwendig, sich ungewollt ausbreitende Gewächse wie z. B. Beifuß, Brennnesseln u. a. durch rechtzeitiges Mähen zurückzudrängen.

Die Liegewiesen und Spielplätze werden dagegen möglichst vorrangig gemäht.

Die Wildkräuter und Gräser am Straßenrand oder im Mittelstreifen werden von vielen Bürgerinnen und Bürgern als störendes oder unschönes Ärgernis betrachtet. Doch auch im Straßenland entwickelt sich biologische Vielfalt, die schützenswert ist. Um die Blüte wertvoller Wiesenstauden zu ermöglichen, setzt die Mahd üblicherweise erst ab Mitte Juni ein. Als Nahrungspflanzen für Schmetterlinge, Wildbienen oder andere Tiere sind sie in dieser Entwicklungsphase wertvoll. Die genetische Vielfalt der gebietseigenen Pflanzen gilt es zudem zu fördern, indem man ihnen die Möglichkeit zur Versamung gibt. Die zweite Mahd erfolgt je nach Witterung ab Anfang/Mitte September. Sollte an Straßenkreuzungen die Einsehbarkeit behindert sein, wird der Fachbereich Grünflächen entsprechend der Verkehrssicherungspflicht vordringlich tätig.

Die Abfuhren des Mähgutes werden in Eigenleistung aber auch mit Privatfirmen durchgeführt. Dabei lassen sich aus Logistik- und Kapazitätsgründen Verzögerungen leider nicht immer vermeiden.

Die Spandauerinnen und Spandauer werden daher um Verständnis und Geduld gebeten, wenn nicht sofort „vor ihrer Haustür“ gemäht werden kann. Denn dann würden die Rüst- und Wegezeiten den Aufwand erheblich erhöhen.
Dennoch bleibt es oberstes Ziel, ein sicheres und attraktives Freizeit, Erholungs- und Naturangebot zu bieten.“

Die Hinweise des Bezirksamtes zu den „Mäh- und Baumarbeiten im Sommer in Spandau 2019“ erklären auch einige wichtige Zusammenhänge.

Spandau: Vorbild in der extensiven und naturnahen Grünflächenpflege

Seit Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war der Bezirk Spandau unter der damaligen Leitung von Gartenamtsleiterin Elke Hube ein Vorreiter in der extensiven und naturnahen Grünflächenpflege. Insbesondere im Spektegrünzug konnten dadurch weite öffentlich zugängliche Grünzüge auch in Zeiten der Sparpolitik unterhalten werden.

Der Wechsel von kurz gemähten Liegewiesen, einschürigen und mehrschürigen Flächen hat zum Artenreichtum der Grünanlagen beigetragen, und auch einen Bewußtseinswandel in der Landschaftspflege bewirkt. So wurde beispielsweise das selektive Ausmähen von starkwüchsigen und samenreichen Wildpflanzen per Freischneider als Pflegegang eingeführt. Beifuß und andere stark verdrängende Pflanzenarten werden so in Schach gehalten. Mähzeitpunkte in der Fläche lassen sich so verzögern.

Heute muss dabei auch über Energieeinsparung und naturschonende und insektenfreundliche Maschinen und Geräte neu nachgedacht werden. Statt Insekten mit dem Mähgut aufzusaugen und zu kompostieren, sollten Gärtner den Tieren Fluchtmöglichkeiten belassen.

Grünflächenamt: Neue Elektro-Nutzfahrzeuge
Fahrzeugparade auf der Zehlendorfer Dorfaue: Streetscooter-Kipper (Nr. 1,3), Goupil G4-Kipper (2,5) Typ GMR/HTF Evo L (3) und im Vordergrund der Mini-Transporter vom Typ „John Deere TE Gator“(6) – Foto: szz

Die nächste Modernisierungswelle in der Beschaffung und Arbeitsplanung der Grünflächenämter ist schon angelaufen: elektrische Antriebe ersetzen Verbrennungsmotoren. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat z.B. in einem Durchgang sechs Prozent seiner einhundert Fahrzeuge verschrottet und durch Fahrzeuge mit Elektroantrieb ersetzt.

Um beim Mähen naturnäher und schonender zu arbeiten, werden sogar wieder Balkenmäher und Schwader zum Heuwenden angeschafft. Die schwere Arbeit der Gärtner beim Mähen sollte auch gewürdigt werden, denn in der Regel wird auch bei großer Hitze unter freien Himmel und brennender Sonne gearbeitet.

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