Mittwoch, 17. Juli 2024
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Mosaik Unternehmensverbund: Bestand der Betriebsstätte „Askanierring“ ist bedroht

Betriebsstätte Spandau der Mosaik gGmbH

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA) will das Areal Askanierring 154/55 verkaufen. Für den Mosaik Unternehmensverbund ist dieser Standort jedoch ein sozialer Ankerpunkt in Spandau. Die Betriebsstätte Spandau gehört zur Mosaik-Berlin gGmbH und ist der älteste Werkstatt-Standort von Mosaik.

Aktuell arbeiten hier 280 Menschen mit Beeinträchtigungen. Mit zahlreichen Arbeits-und Berufsbildungsangeboten steht der Betrieb in besonderem Maße für die Vielfalt und Farbigkeit von Mosaik.

Neben Tischlerei, Versand, Konfektionierung und Papeterie ist hier auch die Kunstwerkstatt zuhause. Hier arbeiten zwanzig Werkstattbeschäftigte professionell als Künstlerinnen und Künstler. Ihre Werke werden sogar in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt.
Die Immobilie wird derzeit ausschließlich sozialorientiert genutzt. Hier befinden sich neben den 280 Arbeits-und Betreuungsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen, eine Kita mit 195 Plätzen und die Tanzschule Broadway mit sechs Sälen.

Mit den Verkaufsabsichten der BIM steht in Spandau die Versorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen sowie von Kindern in Frage.

Als größter Mieter kämpft jetztMosaik mit seiner Werkstatt für Menschen mit Behinderungen für den Erhalt des Standortes. Das gemeinnützige Unternehmen hatte selbst ein Gebot zum Kauf des Areals abgegeben, erhielt jetzt aber die Mitteilung, dass dieses aufgrund höherer Gebote durch Investoren nicht berücksichtigt werden könne.
Damit wäre der Standort Akanierring für den gesamten Sozialraum Spandau spätestens ab 2031 verloren.

Frank Jeromin, Geschäftsführer von Mosaik äußerte sich dazu: „So ist die Aufrechterhaltung dieses Spandauer Ankerpunkts mit seiner gewachsenen, sozialen Infrastruktur zum von der BiMAgeforderten Höchstpreis wirtschaftlich nicht möglich. Das wollen wir nichtakzeptieren.“

Vorkaufsrecht verpasst
Die mögliche Schließung des ältesten Mosaik-Standorts hätte der Bezirk Spandau verhindern können, indem er gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeitund Soziales unter Federführung der Senatsverwaltung für Finanzen sein Vorkaufsrecht wahrgenommen hätte.

Bei einem Verkauf an Mosaik hätte das Land Berlin sogar über einen Zeitraum von 25 Jahren sechs Millionen Euro aus der Differenz zwischen Abschreibung und Miete eingespart.

Der Fall droht nun zum Präzedenzfall zu werden, denn eine Verdrängung eines bewährten Sozialunternehmes den Bezirk Spandau mit der Pflicht, einen Ersatzstandort zu finden.