Die traditionelle osteuropäische Küche ist aktuell sehr gefragt in Berlin. Besonders die Soljanka erfreut sich einer größeren Beliebtheit. Planen Sie ein Essen mit Gästen zu Hause? Eine gute Soljanka als Entrée könnte den Abend zu einem kulinarisichen Erlebnis machen.
Die deftige Suppe mit säuerlich-scharfem Geschmack kommt ursprünglich aus der russisch-ukrainischen Küche. Das Rezept war schon im 17. Jahrhundert bekannt.
Charakteristisch für Soljanka-Rezepte: flüssige und feste Bestandteile der Suppe werden getrennt zubereitet. Erst wenige Minuten vor dem Servieren werden sie gemischt.
Soljanka – Sol – die Salzige
Der Name „Soljanka“ stammt ursprünglich von dem Wort „selyanka“ (сeлянка). Das bedeutet Bauernsuppe. Später wurde daraus „soljanka“, „sol“ ist Salz und weist auf den würzig-salzigen Geschmack der Speise hin.
Das Grundrezept ist schnell erklärt. „Schtschi“ und „Rassolnik“ bilden die Basis für alle regionalen Varianten. „Schtschi“ ist eine russische Kohlsuppe, sie enthält Sauerkraut und Weißkohl in Fleischbrühe. „Rassolnik“ ist eine säuerliche Fleisch- oder Fischsuppe. Sie erhält ihren Geschmack von einer Salzgurkenlake.
„Esst, damit Ihr zueinander kommt“
Der Charakter der Soljanka änderte sich im 18. Jahrhundert. Seit dem wird auch Tomatenmark zur Zubereitung verwendet. Nach dem russischer Brauch war sie eine Hochzeitssuppe. Sie wurde speziell für die Brautleute gekocht. Das Ritual sollte helfen, dass die beiden zueinander finden und den Weg in eine glückliche Ehe finden.
In den osteuropäischen Ländern, in der Ukraine, in Belarus, Estland, Lettland und Litauen gehört die Soljanka auf den Speisezettel. Die Soljanka ist dort eine Spezialität der Küche und wird insbesondere zu Festen aufgetischt. Lange Zeit war die Soljanka auch ein fester Bestandteil der Speisekarte vieler DDR-Restaurants.
Im Laufe der Zeit haben sich in ganz Deutschland regionale Soljanka-Varianten entwickelt. In Mecklenburg beispielsweise wird die Soljanka mit herzhaftem Pumpernickel serviert.
Pikant – Soljanka mit Spreewälder Gurken
Die Spreewälder Art enthält typischerweise Spreewälder Gewürzgurken. Um die saure Komponente zu betonen, gibt man auch gerne Grünspfeffergurken, Sauerkraut und Kartoffeln aus lokaler Herkunft hinzu.
Die Thüringer Soljanka enthält reichlich Zwiebeln, Knoblauch und Tomatenmark. Gern bereitet man die Soljanka auch mit würzigem Letscho zu. Letscho lehnt sich an die ungarische Küche. Die Soße aus Paprika und Tomaten wurde in der DDR in Gläsern verkauft.
Auch die Fischvariante ist in vielen Regionen beliebt. Dabei werden Süßwasserfische oder Flusskrebse anstelle von Fleisch und Wurst verwendet, Fischfond anstelle von Fleischbrühe. Durch einen Schuss Zitronensaft erhält die Fisch-Sojanka ihren spritzigen, frischen Geschmack.
Veganer essen die Soljanka mit Tofu ohne tierische Produkte. Sie wird auch mit Linsen und Pilze zubereitet. Lecker sind auch grüne Oliven als Einlage.
Grundrezept für klassische Soljanka
Hier ist ein authentisches Rezept für 4 Personen:
Zutaten:
- 500g Kasseler
- 250g Fleischwurst
- 3 große Zwiebeln
- 1 Glas Gewürzgurken
- 1 Glas Letscho
- 1 Becher Saure Sahne
- Olivenöl zum Braten
- Salz, Pfeffer, Rosenpaprika
Die Soljanka ist in Berlin als Teil der osteuropäischen Küche längst populär geworden. Inzwischen wird mit Soljanka-Rezepten viel experimentiert. Aufgrund der schnellen Zubereitung ist die Speise auch längst als Imbiss eingeführt und wird auch als Streetfood — mit vegetarischen Variationen angeboten.
Hier wird die Soljanka auch empfohlen, weil sie Berlin und den Spreewald verbindet! „Danke für die Gurken! “ — Dank auch an die Investoren, die die Gurkenproduktion in der Stadt Golßen gerettet haben!
Eine Stadt Golßen, die in diesem Jahr ein 750-jähriges Stadtjubiläum feiern wird.
