Montag, 26. Januar 2026
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Wenn Holz, Farbe & Geschichten sprechen – Helmut Frelke im Rathaus Dallgow-Döberitz

Helmut Frelke

Am 12. Dezember um 17 Uhr 2025 eröffnet im Rathaus Dallgow-Döberitz eine Ausstellung des
Künstlers Helmut Frelke, dessen Werk sich über mehrere Jahrzehnte entwickelt hat. Es nimmt heute eine außergewöhnliche Position zwischen Malerei, Materialkunst und erzählender Bildsprache ein.

Gezeigt werden Gemälde, Arbeiten aus einem umfangreichen Bibelzyklus sowie Frelkes charakteristische Holzmalereien, die zu seinen markantesten Beiträgen zur deutschen Kunstszene zählen.

Während die Ausstellung einen aktuellen Blick auf ausgewählte Werkgruppen ermöglicht, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Gesamtwerk des Künstlers, der seit vielen Jahren in Berlin-Spandau lebt und arbeitet.

Ein unverwechselbarer Ansatz: Die Holzmalerei

Frelke hat eine Technik entwickelt, in der Holz nicht als Träger der Malerei dient, sondern als Ausgangs
punkt der Bildentstehung. Er übermalt die Maserung nicht, sondern arbeitet mit ihr, dreht und komponiert sie, bis Formen, Schatten und Motive sichtbar werden – ohne die natürliche Oberfläche zu verdecken. Die Werke wirken zugleich abstrakt und erzählerisch: Linien werden zu Landschaften, Strukturen zu Figuren, Verdichtungen zu Gesichtern.

Kunstwissenschaftliche Stimmen betonen seit Jahren die Eigenständigkeit dieser Technik.
Der Petersburger Kunstwissenschaftler Erast Kuznecov beschreibt Frelkes Methode als ein „Arbeiten im Dialog mit dem Material“, bei dem der Künstler Formen nicht erfindet, sondern sichtbar macht. Dadurch entstehe ein Spiel aus Mehrdeutigkeit und Klarheit, das dem Betrachter immer neue Ebenen eröffnet.

Helmut Frelke
Helmut Frelke – Holzmalerei – Foto: © Eduard Frelke

Biblische Themen und erzählerische Malerei

Parallel zu den Holzarbeiten entstand über Jahrzehnte ein umfangreicher Bibelzyklus, in dem Frelke klassische Themen mit einer modernen, emotional verdichteten Bildsprache verbindet. Seine Figuren sind nicht idealisiert; sie erscheinen als Menschen, deren Konflikte, Zweifel und Hoffnungen im Zentrum stehen. Auch hier zeigt sich Frelkes Ausbildung als Bühnenbildner, die seine Kompositionsweise nachhaltig geprägt hat.

Die Kunstwissenschaftlerin Ludmilla Korotkina (Russisches Museum St. Petersburg) ordnet Frelkes
Arbeiten als Verbindung von Tradition und individueller Handschrift ein. Seine Werke seien weder klassische Staffeleimalerei noch dekorative Intarsienkunst, sondern eine „eigenständige Form erzählerischer Materialmalerei“.

Helmut Frelke: Biblische Szene - Foto: © Eduard Frelke

Biografisches

Helmut Frelke wurde 1951 in Kasachstan geboren, studierte an der Serow-Kunstschule und an der Repin-Akademie in St. Petersburg und arbeitete anschließend als Bühnenbildner am Bolschoi Drama Theater
(BDT).
Seit Ende der 1980er Jahre lebt er in Deutschland. Seine Werke wurden in Russland, Deutschland, Frankreich und Japan ausgestellt und befinden sich in privaten wie institutionellen Sammlungen

Weitere Informationen:
www.helmut-frelke.de

Helmut Frelke
Helmut Frelke – Foto: © Eduard Frelke