Ein Citizen-Science-Projekt an der Leibniz Universität Hannover macht das Grundgesetz für alle besser verständlich und nutzbar. Bürgerinnen und Bürger können ihre Gedanken zum Grundgesetzkommentar noch bis Jahresende einbringen. Statt Loseblattsammlungen mit Ringordner und Dünndruckpapier gibt es das Projekt OZUG: Offener Zugang zum Grundgesetz.
Kein Gesetz ohne Kommentar – zu den wichtigen Gesetzestexten der Bundesrepublik Deutschland gibt es ausführliche Facherklärungen. Doch was für Juristinnen und Juristen zum normalen Arbeitsalltag gehört, ist für den Laien oft ein schwer verständlicher Text.
Ein Citizen-Science-Projekt an der Leibniz Universität Hannover (LUH) möchte das jetzt ändern. Im Projekt OZUG (Offener Zugang zum Grundgesetz) entsteht der erste frei zugängliche und offen lizenzierte Grundgesetzkommentar der Bundesrepublik, der sich nicht nur als Kommentar für Wissenschaft und Praxis versteht, sondern das juristische Wissen zum Grundgesetz auch stärker in die Gesellschaft tragen möchte.
Auf der Plattform www.oa-kommentar.de soll sich künftig jeder über das Grundgesetz, den wichtigsten Gesetzestext Deutschlands, informieren können, sagt Projektleiter und Mitinitiator Prof. Dr. Nikolas Eisentraut, Inhaber der Juniorprofessur für Öffentliches Recht, einer gemeinsamen Professur der LUH und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Im Projekt erstellen Expertinnen und Experten zunächst einen neuen Grundgesetzkommentar, der erstmals im Open Access, also frei zugänglich und offen lizenziert, veröffentlicht wird. Der Kommentar erklärt, wie die Gerichte und die Rechtswissenschaft die einzelnen Artikel des Grundgesetzes verstehen bzw. auslegen.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben bis August 2026 mit rund 290.000 Euro. Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, sich zu beteiligen.
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