WhatsApp erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der zum Meta-Konzern gehörende, Instant-Messaging-Dienst, ermöglicht Benutzern über WhatsApp Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie Standortinformationen, Dokumente und Kontaktdaten zwischen zwei Personen oder in Gruppen austauschen. Außerdem ist seit Frühjahr 2015 das internetbasierte Telefonieren über die App möglich.
Aktuell führt WhatsApp die Option für neue Benutzernamen und Alias-Namen ein. Die Freischaltung ist geplant.
Warnung vor Betrug bei WhatsApp
Der Sender SWR3, Teil des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk (SWR) hat am 10.7.2026 eine brisante Warnung herausgegeben: „Warnung vor Betrug bei Whatsapp mit neuen Benutzernamen.“
Whatsapp will seinen Nutzern ermöglichen, mit anderen zu chatten, ohne dass gleich die Handynummer mitgegeben wird. Damit zieht der Marktführer mit anderen Messengern wie Signal oder Telegram gleich. Der individuelle und eindeutige Benutzername kann vorab reserviert werden, die eigentliche Funktion wird aber erst im Laufe des Jahres schrittweise für alle User freigeschaltet.
Diese scheinbar sinnvolle Funktion sieht nach einem sinnvollen Feature für mehr Privatsphäre aus. Sie birgt aber auch Risiken und bietet Gefahr für Betrugsversuche. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat darauf auch aufmerksam gemacht.
Der SWR3 hat die wichtigsten Tipps und Warnhinweise zusammen gefasst. Dabei wird besonders auf den Datenschutz abgehoben, Zitat:
- „Der Whatsapp-Mutterkonzern Meta kennt übrigens auch weiterhin deine Handynummer. Denn die bleibt Voraussetzung für ein Whatsapp-Konto.
- Zu Meta gehören auch Instagram und Facebook. Wählst du für Whatsapp denselben Benutzernamen wie den, den du dort hast, kann Meta das für plattformübergreifendes Tracking benutzen. Denn je mehr Info Meta über dich hat, desto passgenauer kann das Unternehmen ein Profil von dir erstellen, das es zum Beispiel zu Werbezwecken nutzt.
- Die Verbraucherzentrale rät in diesem Zug dazu, dass du als Benutzernamen nicht deinen echten Vor- und Nachnamen, sondern ein Pseudonym verwendest. Auch so kannst du verhindern, dass Meta noch mehr personenbezogene Daten von dir bekommt.“
Datenschutz für Senioren ist auch Familiendatenschutz
Seniorenvertretungen, wie z.B. in Treptow-Köpenick schaffen mit dem eigenen Whatsapp-Kanal eine vermeintlich eine „unkomplizierte Möglichkeit“ zu Kommunikation. In der Realität erwachsen aber Risiken und Gefährdungen nicht nur für den Einzelnen. Auch Familien und Kinder werden über die Kontaktliste mit einbezogen. Vor allem bei Gedächtnisstörungen dürfte es schwierig sein, zusätzlich eine Liste mit neuen Benutzernamen und Pseudonymen zu verwalten und im Kopf zu haben.
Die Risiken von Online-Betrug und Phishing vermehren sich, und können auf die Familie und auf Kinder ausgreifen.
Organisationen und Initiativen beschreiten damit einen gefährlichen Weg, zumal wenn sie keinen eigenen Datenschutzbeauftragten haben, der helfen, beraten und überwachen kann.
Keine unabhängige Medienkontrolle von Medienkanälen
Zudem entfaltet WhatsApp einen Informationskanal, für den es keine unabhängige Kontrolle durch unabhängige Journalisten gibt. Schon jetzt fehlt in Berlin eine große notwendige Zahl von mindestens 2-4 unabhängigen Lokaljournalisten je 100.000 Einwohnen, die „zu Fuß, per Fahrrad und Auto“ die Lage vor Ort beobachten und beurteilen können.
Lokalpresse und Lokaljournalisten sind „zivilisationsrelevant“ und können auch vor Alltagsgefahren warnen, Prävention vermitteln und vor allem „Zuhören, Einordnen und Vermitteln.“
Vor allem können Sie vor Desinformation und Fehlinformationen und Halluzinationen von KI-Systemen warnen.
Auch der Versuch, Lokalpresse mit Hilfe von „Künstlicher Intelligenz“ zu simulieren und zu „fälschen“ ist zum Scheitern verurteilt, denn nicht einmal die Einwohnerzahlen sind von ChatGPT richtig „trainiert“ worden. Zudem sortiert Google KI-generierte Inhalte aus, wenn es auffällig wird. Das braucht noch eine Zeit, bis diese Betrugsversuche auch dort scheitern.
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