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Lokalzeitungslöcher in Spandau?

Fallende Blätter und Anzeigenblätter

Von Michael Springer


Die gute alte Anzeigen-Zeitung, die wöchentlich kostenlos im Briefkasten landet ist für viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger die wichtigste Informationsquelle und Anbindung an die Stadtgesellschaft. Mit dem Wandel der digitalen Medien gibt es eine sehr problematische Entwicklung: das „Spandauer Volksblatt“ und die „Berliner Woche“ kommen nicht mehr zuverlässig und berechenbar in jedes Haus. Das Berliner Abendblatt wurde im August eingestellt.

Verzweifelte Anrufende beschweren sich inzwischen immer wieder in der Redaktion, doch bitte endlich wieder die Zeitung ordentlich zuzustellen.

Ihnen wird dann ganz ruhig erklärt:

Die Spandauer Tageszeitung“ erscheint ausschließlich online!“ — Wir würden schon gern auch eine Druckausgabe produzieren, aber das erforderte sofort einen fünf- und sechsstelligen Monatsetat.

Inzwischen ergibt sich aus derartigen Anrufen ein Bild: „Es gibt Zustellprobleme, die doch behebbar sein sollten!“

Doch so einfach ist es offenbar nicht: „Es gibt auch feste Lokalzeitungslöcher in Spandau!“

Im Weinmeisterhornweg ist ein ganzer Straßenzug aus der Verteilung herausgenommen worden. Frau M., eine 80-jährige Anwohnerin ist ganz verzweifelt! Ihr wurde mitgeteilt, dass ihre Adresse nicht mehr in der Verteilung ist.

Als Sehbehinderte ist sie auf Unterstützung durch eine Lesehilfe angewiesen, und einen Computer oder ein Smartphone hat sie bisher nicht.

Die Gründe für die Zustell-Löcher sind vielfältig. Der zuständige Verlag tut sicher alles was möglich ist. Doch der Verteildienst vor Ort stößt auf immer mehr Hindernisse.

Die Briefkastenaufkleber „Keine Werbung!“ sorgen für viel Ärger, und für eine „Entsolidarisierung“ in den Verteilroutinen. Viele Zeitungsverteiler geben auch frustriert auf, oder wechseln in andere Berufe.

Die Seniorinnen und Senioren sind die Leidtragenden, aber auch die Werbewirtschaft und der letztlich Verlag und die Redaktion.

Wo sind die Lokalzeitungslöcher in Spandau?

Die erste Frage: Wo sind Verteilgebiete, in denen sehnsüchtig und vergeblich auf eine Lokalzeitung gewartet wird?

Die zweite Frage: Wer kann helfen, die Probleme durch öffentliche und gemeinsame Innovationen zu lösen?

Dritte Frage: Wo sind lokale Geschäfte, Liefer- und Betreuungsdienste, die als Auslegestellen und Boten einspringen?


Einfach:SmartCity:Machen: Berlin!Viele Lösungsideen sind denkbar, auch eine lokale Zustellförderung, die durch Zusammenarbeit und Synergien vom Akteuren und lokalen Helfernden herstellbar sind. Tips und Vorschläge bitte an die Redaktion übermitteln. SmartCity — das ist die intelligente soziale Stadt, die moderne Technologien als Werkzeuge und Informationsmedien nutzt – um Menschen in der Stadt bei alltäglichen Aufgaben unterstützen. Auch das Recht auf eine gedruckte Zeitung kann dabei gesichert werden!

info@spandauer-tageszeitung.de