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Weltwirtschaftsforum und UN: „The Great Reset“ und die „Post-Corona-Ökonomie“

Skyline von Singapur

Das Jahr 2022 naht heran! Es wird voraussichtlich das erste Jahr, in dem die Folgen der globalen Covid-19 Pandemie überwunden werden können — in dem sich neue Normalitäten einstellen werden. Alle großen weltweit geplanten politischen Weichenstellungen des Jahres 2021 können dann erstmals konkret wirksam werden.
Zur Orientierung für den Neustart im Frühjahr, gibt es hier einen Einblick mit weiterführenden Links, die helfen, den geplanten Wandel zu verstehen, zu überblicken, und um sich selbst für neue Wege zu wappnen.

Weltwirtschaftsforum in Davos und in Singapur: THE GREAT RESET

Bestimmende Ereignis wird der Zwillingsgipfel des Weltwirtschaftsforums in Davos am 25.—29. Januar 2021 und in Singapur am 25 — 28.Mai 2021 unter dem Motto „The Great Reset“ — auf Deutsch „Der Grosse Neustart“.

Weltweit hat das Weltwirtschaftsforum inzwischen eine „Global Shapers Community“ über 420 Hubs und 11.000 Global Shapers und Alumni aufgebaut, die Strategien und Themen des Weltwirtschaftsforums vorantreiben.

Im Sommer 2020 wurde schon das „Davos Manifesto 2020“ formuliert, das sich an alle Wirtschaftsführer der weltweit agierenden Konzerne und börsennotierten Aktiengesellschaften richtet. THE GREAT RESET wird inzwischen in großen Lettern geschrieben, hinter denen sich eine ganze Reihe von Strategien, Empfehlungen und internationalen Initiativen versammelt.
Diese werden in der „Strategic Intelligence Platform“ mit ihren Transformation Maps“ entwickelt, diskutiert und aufgezeigt. Diese weltweit einzigartige Platform ermöglicht auch das Erkennen von Vernetzungen und Wechselwirkungen und öffnet so die Wege für Zusammenarbeit und den Aufbau von Synergien.
Schlüssel zum Verständnis der geplanten Umwälzungen und Innovationen im Rahmen des GREAT RESET ist die zugehörige Transformation Map, die auf der Ebene von Metastrategien beginnt. Die Wiederbelebung Globaler Zusammenarbeit gehört dazu, aber auch das Redesign von Sozialen Verträgen und Übereinkünften und das Re-Design von Jobs und nötigen Fähigkeiten.
Klaus Schwab, Gründer und geschäftsführender Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums sagte in der Vorbereitung des 51. Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums: „Wir brauchen ein Umdenken, den Übergang vom kurzfristigen zum langfristigen Denken, den Übergang vom Aktionärskapitalismus zur Verantwortung der Stakeholder. Ökologische, soziale und Good Governance müssen ein angemessener Teil der Rechenschaftspflicht von Unternehmen und Regierungen darstellen.“

Der innovative Gipfel des Weltwirtschaftsforums wird ein ganz anderes Jahrestreffen sein, das weitgehend im digitalen Raum stattfinden und doch den Geist des „Grossen Neustartes“ widerspiegelt. Er wird Anfang 2021 eine einzigartige Gelegenheit bieten, die bedeutendsten globalen Regierungs-und Wirtschaftsführer in Davos zusammenzubringen, jedoch im Rahmen eines globalen Multistakeholder-Gipfels, der von der jüngeren Generation vorangetrieben wird. Dies wird sicherstellen, dass der Dialog über den „Grossen Neustart“ über die Grenzen des traditionellen Denkens hinausgeht und wirklich zukunftsorientiert ist. Zu diesem Zweck wird das Weltwirtschaftsforum Tausende junger Menschen in mehr als 400 Städten auf der ganzen Welt (die „Global Shapers Community“) zusammenbringen, die über ein leistungsfähiges virtuelles Hub-Netzwerk mit den führenden Persönlichkeiten in Davos interagieren werden. Jeder dieser Hubs wird eine Politik der offenen Tür verfolgen, um alle interessierten Bürger in diesen Dialog einzubinden, so dass das Jahrestreffen für alle offen ist.

Darüber hinaus werden globale Medien und soziale Mediennetzwerke Millionen von Menschen mobilisieren und es ihnen ermöglichen, ihre Beiträge zu teilen und gleichzeitig Zugang zu den Diskussionen der Jahresversammlung in Davos zu erhalten.

UN - Vereinte Nationen - Grafik: www.un.org / Pixabay
UN – Vereinte Nationen – Grafik: www.un.org / Pixabay

UN und die Post-Covid-19 Ökonomie

Die im Herbst 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ muss neu überprüft und fortgeschrieben werden. Die weltweite Corona-Pandemie hat bereits für viele Rückschläge gesorgt, die korrigiert und vor allem finanziert werden müssen. Dazu liegen inzwischen über 210 Vorschläge für die weiter Umsetzung im „Menu of Options der UN“ der „Financing for the Development in the Era of COVID-19 and Beyond Initiative (FFDI)“ vor.
Wichtigste Punkte sind dabei die Einführung von Digital-Steuern und Finanz-Transaktionssteuern und Fördersysteme für CO2-Minderung und den Aufbau nachhaltiger Produktionen.

Die Umsetzung dessen, was im Kreis der Vereinten Nationen vorbereitet wird, wird vermutlich durch den Amtswechsel im Weißen Haus befördert. können. Die wichtigsten Weichenstellungen der UN im finanzpolitischen Bereich werden nach den Frühjahrstagungen im April erwartet. Vermutlich wird das Weltwirtschaftsforum in Singapur im Mai dann auch zur Bühne der Verkündung konkreter Pläne, die unter dem Titel THE GREAT RESET versammelt werden. Im Mai werden auch die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie neu betrachtet und aktualisiert ausgewertet werden.

„Die globale COVID-19-Pandemie stellt die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung vor große Herausforderungen. Reiche Länder steuern mit gewaltigen über Verschuldung finanzierten Konjunkturpaketen gegen, ihre Zentralbanken helfen mit billigem Geld nach. Damit federn sie die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise zumindest ab.
Den Ländern des globalen Südens fehlen solche Politikoptionen. Die UN hat bereits zu Beginn der Krise berechnet, dass diese Länder zusätzliche externe Finanzmittel in Höhe von 2,5 Billionen US-Dollar brauchen, wenn eine Entwicklungskrise verhindert werden soll, die jegliche Hoffnung auf die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zunichtemachen würde. Mit konventionellen Methoden ist diese Summe nicht aufzubringen,“ schreibt
Bodo Ellmers vom Global Policy Forum Europe e.V. .
Er berichtete von der laufenden Debatte in den Vereinten Nationen und vom Treffen der Finanzminister am 8. September 2020 und dem Treffen der Staats- und Regierungschef vom 29. September 2020, die verschiedene Maßnahmen zum Schuldenerlaß ( z.B. Debt-for-Climate oder Debt-for-SDG Swaps) diskutierten.
Auch Maßnahmen zur Finanzierung und Refinanzierung aus dem „Menu of Options der UN“ wurden vorbereitet, im dem Finanztransaktionssteuern oder Digitalsteuern vorgeschlagen wurden.
Der Premierminister Jamaikas, Andrew Holness, wies auf die gewaltigen Dimension der Problematik hin: „We need a global plan as effective as the Marshall Plan.“

Erste Entscheidungen des Jahres 2021 werden für das kommende High-Level Political Forum (HLPF), für das UN Development Co-operation Forum und für das Financing for Development Forum Mitte April 2021 erwartet.

Wirtschaftspolitisch wird es auch weltweit konzertierte Maßnahmen in jedem Land geben, wie sie in den Vorbereitungspapieren von Ruanda, Fiji, EU and Großbritannien formuliert wurden:

  • Belastbare Gesundheitsysteme (Resilienz)
  • Klimaschutz und Umwelt
  • Digitale Technologien
  • Inklusion auf allen Ebenen.

Der Leitsatz: „Wir müssen Inklusion, Nachhaltigkeit, Gender, Resilienz und Governance in den Mittelpunkt des Aufschwungs stellen. Der Aufschwung muss sich darauf konzentrieren, Ungleichheit und Ausgrenzung zu bekämpfen und alle Bürger zu schützen, insbesondere die Ärmsten und Schwächsten.“
Neue Maßnahmen und Förderprogramme zur Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie wird es auch für die besonders betroffenen Sektoren im Handel, Tourismus und Kultur- und Kreativwirtschaft geben.

Ein Bereich, der unbedingt im Auge behalten werden sollte: es wird auch neue komplexe Anreizsysteme geben, um privates Kapital in die 17 Ziele der UN für Nachhaltige Entwicklung und in die Klimafinanzierung zu lenken.


Einfach.SmartCity.Machen:Berlin!Mit welchen Ideen, Konzepten und Projekten können die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele künftig in Berlin, in Brandenburg und im Stadt-Land-Verbund umgesetzt werden! Wie werden die Leitstellen für Klimaschutz und Nachhaltige Entwicklung finanziell ausgestattet? Was bieten dazu die politischen Parteien in Bezirken an? Wahlprogramme? Oderrichtige handfeste Regierungsprogramme? Welche lokale Initiative wird neu angeregt!
Hinweise bitte an: info@spandauer-tageszeitung.de